Islands eisige Perle: die Gletscherlagune Jökulsárlón

Islands eisige Perle: die Gletscherlagune Jökulsárlón

Im Südosten der Insel verbergen sich Islands Kronjuwelen: Die Gletscherlagune Jökulsárlón sowie der nahegelegene Diamond Beach. Ihre leuchtende Farbenpracht scheint fast unwirklich und offenbart einmal mehr die kreative Schaffenskraft der Natur. 

Ihr Anblick wirkt betörend, man kann sich kaum sattsehen an so viel arktischer Schönheit. Vor der gewaltige Kulisse des Vatnajökull-Gletschers  treiben gigantische Eisberge majestätisch im kristallklaren Wasser eines Sees. Ihre Farben reichen von Weiß über sanftes Violett bis hin zu leuchtendem Türkis.

Vatnajökull-Gletscher: Urheber des Naturschauspiels

Der Ort verströmt eine wohltuende Ruhe. Und das, obwohl gigantische Kräfte für seine Entstehung verantwortlich sind. Lebensader des Jökulsárlón ist der Vatnajökull-Gletscher. Eine seiner rund 30 Zungen, der Breiðarmerkurjökull, kalbt direkt in den knapp 250 Meter tiefen und rund 20 Quadratkilometer großen See.

Klimawandel hautnah: Schmelzwasser formt den Gletschersee

Mit einer Fläche von 8100 Quadratkilometern ist der Vatnajökull übrigens der größte Gletscher Europas. Über Jahrtausende hat sich der sanfte Riese seinen Weg vom Landesinneren in Richtung Küste gebahnt. Die Klimaerwärmung nagt unerbittlerlich an seiner eisigen Haut. Das abfließende Schmelzwasser hat in seinen Endmoränen über Jahrhunderte hinweg die Lagune, also einen Gletschersee, geformt. 

Treibende Eisberge: letzte Reise in Richtung Meer

Nur einen kurzen Fußmarsch von der Gletscherlagune entfernt, zelebriert der Vatnajökull mit einem bildgewaltigen Spektakel seinen klimabedingten Niedergang. Bei Ebbe bahnen sich die kleineren der Eisberge ihren Weg aus der Lagune in Richtung Meer. Sie schwimmen unter einer kleinen Brücke hindurch und treten ihre letzte Reise an. 

Diamond Beach: blaue Skulpturen auf schwarzem Sand

Wie riesige Diamanten liegen sie am Strand. Der Kontrast ihrer kristallnen und blauen Farben zum tiefschwarzen Lavasand könnte kaum größer sein. Fast unwirklich wirkt ihr Anblick. Einige Eisbrocken schwimmen am Ufer im Wasser. Sie wiegen sanft in der Brandung und werden von kraftvollen Wellen umspült. Besonders magisch ist das Erlebnis, wenn die Sonne die Eisberge zum leuchten bringt. Dann entfalten sie ihre volle Strahlkraft. Ein Augenschmaus, von dem man seinen Blick kaum lösen kann. 

Beste Reisezeit, Anfahrt, Touren & Unterkunft

Grundsätzlich lässt sich der Jökulsárlón ganzjährig besuchen. Es empfiehlt sich jedoch, den Tripp im Frühling oder Sommer, etwa zwischen Mai und September, zu planen. Zum einen sind die Tage sehr viel länger hell. Zum anderen ist das Klima deutlich milder. Schon in der warmen Jahreszeit ist es am Jökulsarlon empfindlich kühl. Wind und Eis können nicht nur den Ausflug, sondern bereits die Anfahrt empfindlich stören. Ein Tipp: Auch in den Frühlings- und Sommermonaten warme Kleidung nicht vergessen!

Ein Ausflug zur Gletscherlagune lässt sich prima in eine Inselrundreise integrieren. Der Jökulsárlón ist ca. 370 km von Reyjkavik entfernt. Mit dem Auto ist man in gut fünf Stunden dort. Erreichen lässt sich der Jökulsárlón über die Ringstraße. Bei der Anfahrt bietet sich ein Stopover an Seljalandsfoss und Skogafoss – zwei absolut sehenswerten Wasserfällen – an. 

Für einen Kurztripp ab Reykjavík gibt es zwei Möglichkeiten: Man bucht einen organisierten Tripp oder reist selber mit dem Mietauto an. Selbstfahrer sollten für den Ausflug zwei Tage bzw. eine Übernachtung einplanen, damit vor Ort kein Zeitdruck entsteht. Die Dauer der Anfahrt ist nicht zu unterschätzen. Auch bei einem organisierten Tripp wird der Tag wirklich lang. Dann aber muss man zumindest nicht selbst müde hinter dem Steuer sitzen. Als Übernachtungsmöglichkeiten bieten sich einige Hotels und Guesthouses im ca. 80 Kilometern entfernten Höfn an sowie umlegende Bungalows an. Camper kommen am nahegelegenen Svinafell Campground unter.

Zahlreiche Veranstalter bieten verschiedenste Ausflügen und Touren am Jökulsárlón an. Zu den Klassikern zählen Bootstouren auf dem See. Entweder mit einem Amphibienfahrzeug oder kleinen Schlauchbooten, den sogenannten Zodiacs. Eine gewisse Seetüchtigkeit vorausgesetzt, empfehlen wir eine Tour mit dem Zodiac. Mit den kleinen Schlauchbooten kommt man sehr viel näher an die Eisberge heran. Wer mit Seekrankheit zu kämpfen hat, findet mit einer Tour im Amphibienfahrzeug eine bekömmlichere Alternative. Weitere Angebote bieten Abenteuerlustigen unter anderem einen Ausflug in eine Eishöhle des Vatnajökull oder auch eine geführte Gletscherwanderung  an.

Fototipps: Equipment & Motive

Für Fotografien offenbart der Jökulsárlón sowie der angrenzende Diamond Beach eine kreative Spielweide der Superlative. Was unbedingt mit an Board sein sollte, ist ein Weitwinkel- und ein Teleobjektiv (ideal ab 15mm bzw. 200mm Brennweite). Als Alternative eignet sich auch ein Zoomobjektiv (beispielsweise ein 28-105mm). Dabei sollte allerdings der Blendenumfang (ab 3,5-5,6) nicht zu schmalspurig sein.

Für wirklich eindrucksvolle Aufnahmen empfehlen sich Tageszeiten zum Sonnenauf- oder untergang. Zu diesen Zeiten ist Licht besonders stimmungsvoll und bringt die Eisschollen zum Leuchten. Aufgrund seiner Weite eigent sich der Jökulsárlón ideal für Panoramaaufnahmen. Um die Spritzer der kraftvollen Wellen am Diamond Beach ideal einzufangen, sind kurze Belichtungszeiten notwendig. 

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